Finanzierung bleibt wacklig
Die AfD-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat stimmt der Beschlussvorlage zum Betriebskonzept des Rheinstrandbads Rappenwört für die Saison 2026 zu. Gleichzeitig warnt die Fraktion davor, die finanziellen Risiken kleinzureden. Für die AfD-Fraktion erklärte Stadtrat Andreas Seidler in der Gemeinderatssitzung:
„Das Rheinstrandbad Rappenwört mit seiner großzügigen Grünanlage direkt am Rhein und seinem Wellenbad ist seit Generationen ein besonderer Ort für die Karlsruher Bürger. Es stiftet Identität, ist mit vielen Erinnerungen verbunden und darf keinesfalls aus dem Leben der Karlsruher verschwinden.“
Nach Auffassung der AfD-Fraktion ist der geplante Betrieb für 2026 ausdrücklich als Probebetrieb zu verstehen. Die Finanzierung stehe auf unsicherer Grundlage. Besucherzahlen und Einnahmen seien wetterabhängig, der mögliche Ausfall des nördlichen Badbereichs könne zusätzliche Besucher kosten, und auch der konkrete Beitrag des Fördervereins aus Einnahmen und geldwerten Sach- und Personalleistungen von immerhin 72.400 Euro sei für die kommende Saison noch nicht belastbar planbar.
Seidler weiter: „Das geschätzte Jahresdefizit von 252.845 Euro sollte eher als Mindestwert betrachtet werden. Über ein deutlich höheres Defizit darf sich am Ende niemand wundern.“
Kritisch sieht die AfD-Fraktion zudem, dass die Mehraufwendungen erneut über Umschichtungen und einen reduzierten Verlustausgleich bei städtischen Beteiligungsgesellschaften aufgefangen werden sollen. Zwar könnten die beiden Bädergesellschaften dies aufgrund ihrer hohen Eigenkapitalquote verkraften, jedoch merkt Seidler an:
„Allerdings wird seit der Haushaltsperre von 2025 der Zugriff auf die städtischen Beteiligungsgesellschaften zur Defizitreduzierung langsam zu einer schlechten Gewohnheit.“
Da das im Doppelhaushalt für 2027 vorgesehene Budget von 500.000 Euro mit einem Sperrvermerk versehen ist, werde faktisch nur über ein Betriebsjahr entschieden. Die Zukunft des Rheinstrandbads bleibe damit weiterhin offen.
AfD-Stadtrat Oliver Schnell ergänzte: „Jetzt sind auch die Bürger gefragt: Wer das Rheinstrandbad erhalten will, muss das Angebot in der Saison 2026 auch tatsächlich nutzen. Nur mit ausreichenden Besucherzahlen kann gezeigt werden, dass Rappenwört eine echte Zukunftsperspektive hat.“
Abschließend erklärte Seidler: „Wir stimmen trotz erheblicher Bedenken hinsichtlich der Finanzierung zu, weil das Rheinstrandbad für Karlsruhe mehr ist als nur ein Kostenfaktor. Aber wer den Bürgern ehrlich begegnen will, muss klar sagen: Die Saison 2026 ist ein Testlauf – und die dauerhafte Perspektive ist noch nicht gesichert.“