Gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule

Bei dauerhaft zu niedrigen Anmeldezahlen ein Auslaufmodell für Karlsruhe

Eine Mindestzahl von 60 Schülern einer Jahrgangsstufe ist gemäß Kultusministerium die Voraussetzung für die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an Gemeinschaftsschulen.

Auf Basis einer Prognose des Schul- und Sportamtes mit einer Nachfrage von bis zu 98 Schülern je Jahrgang für eine mögliche Oberstufe an der Drais-Gemeinschaftsschule beschloss der Gemeinderat im Juni 2020, gegen die Stimmen der AfD, deren Einrichtung beim Kultusministerium zu beantragen. Nicht nur die AfD hatte bereits damals die vorgelegte Prognose als methodisch unseriös und viel zu optimistisch angezweifelt. Dennoch beschied das Ministerium den Antrag positiv.

Die auf die Anfrage der AfD-Fraktion jetzt im April 2026 von der Verwaltung gelieferten Zahlen der tatsächlich stattgefundenen Anmeldungen in den vergangenen Jahren hat diese Zweifel eindrucksvoll bestätigt: In keinem einzigen Jahr wurde jemals die eigentlich erforderliche Mindestzahl an Anmeldungen erreicht. Vielmehr lagen die tatsächlichen Anmeldungen nur jeweils bei gut der Hälfte der prognostizierten Schülerzahlen.

Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Oliver Schnell kommentiert die Stellungnahme der Verwaltung wie folgt: “Wir sehen unsere früheren Zweifel an der völlig überzogenen Prognose des Schul- und Sportamtes mehr als bestätigt. Ganz offensichtlich wurden hier reine Wunschzahlen vorgelegt, um die von der links-grünen Mehrheit im Gemeinderat geforderte Einrichtung einer Oberstufe an der Drais-Gemeinschaftsschule durch das Kultusministerium genehmigt zu bekommen.“

Er ergänzt weiter: „Wenn man jetzt noch hinzunimmt, dass die Anmeldungen für das laufende Schuljahr zur Oberstufe bei der Drais-Gemeinschaftsschule um 29% niedriger als im Vorjahr sind, kommt man nicht umhin, dieses ideologisch gepushte Projekt, das perspektivisch in Richtung Einheitsschule führen soll, als Auslaufmodell anzusehen. In Karlsruhe mit seiner vielfältigen Bildungslandschaft, insbesondere bei seinen Gymnasien, besteht hierfür kein wirklicher Bedarf.“

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